Team Mensch und Umwelt
Faktor Mensch
„Jedes Bauprojekt, in dem hunderte Menschen zusammenarbeiten,
ist auch ein Sozialprojekt“
Dieses Zitat von Herrn Prof. Walter Purrer aus dem Jahr 2011 zeigt, dass das Bauwesen nicht auf rein technische Fragestellungen reduziert werden kann, sondern viele soziale Aspekte bei der Realisierung von Bauprojekten und auch in der späteren Nutzung des Bauwerks sehr bedeutend sind. Zwar wird der Faktor Mensch allgemein als Einflussfaktor auf den Erfolg eines Projektes von den Beteiligten in der Bauwirtschaft erkannt, jedoch steht dieses Forschungsfeld, insbesondere im deutschsprachigen Raum, noch am Anfang. Wir haben uns diesem wichtigen Thema angenommen und arbeiten daran, sowohl in der Wissenschaft als auch in der Praxis den Faktor Mensch stärker in den Fokus zu rücken und die Notwendigkeit einer Auseinandersetzung mit sozialen Aspekten aufzuzeigen.
Umwelt
Die Bauindustrie gilt als eine der Industriezweige, die offenkundig und unmittelbar in die Umwelt und die Lebensbedingungen von Menschen, Tieren und Pflanzen eingreift. Errichtung, Betrieb und Rückbau von Bau- und Infrastrukturprojekten haben erhebliche und nachhaltige Auswirkungen u.a. auf Boden, Ressourcen, Energie, Immission, Klima und Ökosysteme. Den am Bau beteiligten Personen kommt daher eine Schlüsselverantwortung zu, Eingriffe in und Schäden an der Umwelt zu vermeiden oder so gering wie möglich zu halten. Das Forschungsteam möchte dieser Verantwortung nachgehen, für das Themenfeld sensibilisieren sowie konkrete Verbesserungs- und Lösungsansätze für einen nachhaltigen und ressourcenschonenden Umgang mit der Umwelt im Kontext des Bauwesens erarbeiten.
Teammitglieder
Warum fahren immer noch so viele Bauprojekte an die Wand? Man sollte doch meinen, dass wir mittlerweile schon so ziemlich alles gesehen haben, oder nicht?! Das Projektmanagement nimmt als zentrale Projektinstanz an dieser Stelle die wichtigste Rolle ein, wenn es darum geht, dieses Problem anzupacken. Dabei ist das zentrale Thema dieser zentralen Instanz der "Mensch" - Menschen machen Projekte und Menschen fahren Projekte an die Wand ... Insbesondere die interpersonellen Kompetenzen treiben mich in der Forschung um. Wie schaffe ich es, den Faktor Mensch als einen Erfolgsfaktor zu nutzen? Wie kann das zwischenmenschliche Arbeiten im Projekt verbessert werden? Wie schafft man es, den Projektkunden zufriedenzustellen? Und wie lassen sich Projekt und Umwelt in Einklang bringen? Speziell die letzte Frage wird leider zu selten gestellt bzw. beachtet. Projekte bedeuten auch, dass man eine Verantwortung gegenüber seiner Umwelt hat - gegenüber der natürlichen, aber auch gegenüber der sozialen Umwelt. "Mensch und Umwelt" sind zwei Themengebiete, die gleichermaßen zentral wie auch vernachlässigt sind. Das möchte ich zusammen mit dem Forschungsteam "Mensch und Umwelt" verändern.

Bautätigkeiten auf der einen sowie Umwelt- und Klimaschutz auf der anderen Seite dürfen meiner Meinung nach kein Widerspruch sein. Zusammen mit dem Forschungsteam “Mensch und Umwelt” möchte ich versuchen, Aspekte des Umwelt-, Natur- und Klimaschutzes in die komplexen Vorgänge des Bauwesens sowie in die Hochschulbildung des Bauingenieurwesens zu integrieren und zu etablieren.

Egal welche Bauprojekte betrachtet werden, es gibt Faktoren, die jederzeit einen Einfluss auf eine erfolgreiche Abwicklung haben. Zwar sind gute technische Lösungen ein essenzieller Faktor für ein erfolgreiches Bauprojekt, allerdings garantiert eine gute technische Lösung nicht, dass das Bauprojekt auch erfolgreich sein wird. Zum einen kann keine technische Lösung ohne den Menschen entwickelt geschweige denn umgesetzt werden. Zum anderen muss bei jedem Projekt die Umwelt, in der wir uns bewegen, berücksichtigt werden, um ein optimales Ergebnis zu erzielen. Keine der drei genannten Faktoren kann alleinig dafür garantieren, dass ein Projekt gut verlaufen wird. Ziel eines Projekts sollte es sein ein möglichst ausgewogenes Gleichgewicht zwischen diesen drei Faktoren zu erreichen.

Wir bauen unsere Umwelt – mit Menschen für Menschen. Trotz ihrer zentralen Bedeutung im Bauwesen werden die Faktoren Mensch und Umwelt oft in der Planung und Realisierung von Bauprojekten hintenangestellt. Es ist dringend notwendig, den Fokus in Forschung und Praxis zu verschieben und den Menschen sowie unserer Umwelt einen zentralen Stellenwert einzuräumen, um das Bauwesen nachhaltiger zu gestalten. Mein persönlicher Fokus liegt hierbei darauf, diese notwendigen Transformationsprozesse im Bauwesen optimal für die Beteiligten zu gestalten und die deutsche Baulandschaft nachhaltig in die Gegenwart und Zukunft zu führen.

Bei der digitalen Transformation im Bauwesen ist für mich nicht in erster Linie die Technologie entscheidend, sondern die Frage, wie Führungskräfte den digitalen Wandel effektiv gestalten können. Daher untersuche ich, welche Kompetenzen Führungskräfte in Bauunternehmen benötigen, um digitale Transformationsprozesse erfolgreich umzusetzen. Ziel meiner Arbeit ist es, ein praxisnahes und empirisch fundiertes Kompetenzprofil zu entwickeln, das Führungskräfte dabei unterstützt, technische, organisatorische und menschliche Herausforderungen der digitalen Transformation miteinander zu verbinden. Damit möchte ich einen Beitrag leisten, um den digitalen Wandel in der Bauwirtschaft nachhaltig und erfolgreich zu gestalten.

Ob ein Projekt gelingt, hängt maßgeblich von den Menschen ab, die es umsetzen – sie planen, koordinieren, entscheiden, kommunizieren, tragen Konflikte aus und übernehmen Verantwortung (oder eben nicht). Dennoch wird dieser zentrale Einflussfaktor im Bauwesen häufig unterschätzt. Mich interessiert deshalb besonders, was gelingende Zusammenarbeit ausmacht, welche Kompetenzen entscheidend sind und welche psychologischen und sozialen Mechanismen im Hintergrund wirken. Zusammen mit dem Forschungsteam „Mensch und Umwelt“ möchte ich die Bedeutung dieses „weichen“ Themas als Erfolgsfaktor sichtbarer machen.
Aufgaben
Forschung
- Promotion „Entwicklung eines Entscheidungsunterstützungssystems für die Auswahl von Verfahren zur Instandsetzung von Einkammerschleusen für die Schifffahrt unter laufendem Betrieb“, (Dominik Waleczko)
- Promotion im Bereich notwendiger Kompetenzen von Projektleitern im Bauwesen (Ana Schilling Miguel)
- Promotion „Kompetenzanforderungen an Führungskräfte im Kontext der digitalen Transformation in Bauunternehmen“ (Maria Mortazavi)
- Promotion „Empfehlungen zur Gestaltung von Veränderungen in öffentlichen Bauherrenorganisationen für die Durchführung von Bauprojekten mit dem Modell der Integrierten Projektabwicklung (IPA)“ (Charlotte Horstmann)
Lehre
Viele Themen, die dem breiten Themenspektrum unseres Forschungsteams „Mensch und Umwelt“ zugeordnet werden können, finden sich auch in unserer Lehre in verschiedenen Modulen wieder.
Um ein paar Beispiele zu nennen: Im Modul Führung und Kommunikation werden Themen wie Kommunikation, Konfliktmanagement und Führung behandelt und im Modul Lean Construction befasst sich eine Vorlesungseinheit mit Entscheidungstheorie. Umweltbezogene Themen (wie z.B. Umweltmanagement, regenerative Energien, Klimawandelanpassungen im Bauwesen) finden sich beispielsweise in den Modulen Bauen im Bestand und energetische Sanierung und Technik und Produktionsverfahren im Schlüsselfertig- und Ingenieurbau.
Wir werden auch in Zukunft weiter daran arbeiten, dass unsere Themen in der baubetrieblichen Lehre noch stärker Einzug erhalten.
Zudem bieten wir die Betreuung von Abschlussarbeiten an. Eine Auflistung der bereits durchgeführten Untersuchungen findet sich unter dem Punkt Abschlussarbeiten. Sollten Sie Interesse daran haben, Ihre Abschlussarbeit in einer der beiden Themenbereiche unseres Forschungsteams zu schreiben, so kommen Sie gerne mit einer Idee auf uns zu oder schauen Sie in die individuellen Ausschreibungen der Teammitglieder.
Beratungs- und Dienstleistungen
Entscheidungsseminare/-workshops
Die Fähigkeit fundierte Entscheidungen treffen zu können ist keine angeborene Gabe. Viele Ingenieure und Ingenieurinnen greifen bei der Entscheidungsfindung auf Erfahrungen oder ihr Bauchgefühl zurück. Letzten Endes ist dies auch nicht verwerflich, allerdings wird es immer schwierig, wenn diese Entscheidungen gegenüber einem Vorgesetzten begründet werden müssen. Aus diesem Grund hat sich das FT Mensch und Umwelt zum Ziel gesetzt Entscheidungskompetenzen in Lehre und Praxis vermitteln zu wollen. Das Forschungsteam bietet neben Lehrveranstaltungen für Studierende individualisierte Entscheidungsseminare und -workshops an, um dieses Thema auch für die Praxis verfügbar zu machen. Im Fokus stehen neben den Erkenntnissen der Entscheidungstheorie die Entscheidungsphilosophie „Choosing by Advantages“.
Ansprechpartner: Dominik Waleczko
