Forschungsarbeiten zum Rückbau kerntechnischer Anlagen innerhalb der Programmorientierten Förderung III der Helmholtz-Gemeinschaft

Ausgangslage
Innerhalb der Programmorientierten Förderung III der Helmholtz-Gemeinschaft werden Forschungsarbeiten zum Rückbau kerntechnischer Anlagen durch das Fachgebiet „Rückbau konventioneller und kerntechnischer Bauwerke“ des TMB durchgeführt.

Der Rückbau kerntechnischer Anlagen ist eine Tätigkeit, die bereits seit Jahrzehnten in der Bundesrepublik durchgeführt wird, wodurch auch eine Anzahl an kerntechnischen Anlagen erfolgreich zurückgebaut wurde. Techniken und Verfahren die hier zur Anwendung kommen, sind jedoch noch lange nicht ausgereift. Unter der Prämisse des zeitgleichen Rückbaus der kompletten deutschen Flotte an großen Leistungsreaktoren, sind Forschungsarbeiten zur Optimierung dieser Techniken zwingend notwendig. Ebenso müssen Szenarien für einen optimal ablaufenden Rückbau - z. B. vom heißen zum kalten Bereich - entwickelt und verifiziert werden. Ist dies erreicht, so können entsprechende Genehmigungsphasen konzipiert und die hierfür notwendigen Verfahren und Technologien klassifiziert und standardisiert werden. Für den Rückbau von kerntechnischen Anlagen wird eine Vielzahl von Verfahren und Technologien eingesetzt, um Betone, Stähle und andere Einbauten zu dekontaminieren, zu zerkleinern, nachzubehandeln, zu verpacken und zu entsorgen.

Im Wesentlichen werden aktuelle Probleme, die im Zuge von laufenden Rückbauarbeiten entstehen, in enger Kooperation mit der Industrie aufgegriffen und adressiert. Durch die Aufnahme der Arbeiten in der aktuellen Förderperiode soll der Rückbau weitestgehend standardisiert werden. Somit wird ein signifikanter Beitrag zur Sicherheit und Nachhaltigkeit beim Rückbau dieser Anlagen erzielt.

Ziel des Forschungsprojektes am TMB
Durch einen standardisierten Rückbau können Einflussfaktoren, die den kritischen Weg bestimmen, frühzeitig erkannt und die Auswirkungen auf eine verlängerte Rückbauzeit minimiert werden. Hierzu müssen in den kommenden Jahren die bis dato durchgeführten Rückbauaktivitäten analysiert und detailliert aufgearbeitet werden. Die Standardisierung betrifft hier vornehmlich die Themenfelder:

  • Dekontamination (Oberflächen und Strukturen)
  • Trennverfahren für Betone, Stähle und Edelstähle
  • Zerkleinerungsverfahren für hochbewehrte Stahlbetone
  • Fernhantierungstechnik und Automation der Verfahren (z. B. fahrerloses Transportsystem für die Freimessung)
  • Analyse der Genehmigungsphasen
  • Analyse der zeit- und kostentreibenden Faktoren