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Implementierung von Lean Management beim Rückbau kerntechnischer Anlagen

Implementierung von Lean Management beim Rückbau kerntechnischer Anlagen
Ansprechpartner:

Prof. Dr.-Ing. Sascha Gentes

Links:

Beim Rückbau kerntechnischer Anlagen sind neben Fachfirmen für Planungs- und Ausführungsarbeiten zusätzlich Behörden und Sachverständige eingebunden, um die Sicherheit zu gewährleisten. Im umfangreichen kerntechnischen Regelwerk sind grundlegende Vorschriften für deren Zusammenspiel getroffen. Die Komplexität des kerntechnischen Rückbaus, zusammen mit der Vielzahl an Beteiligten stellt eine große Herausforderung an die Projektabwicklung dar.

In diesem Kooperationsprojekt soll gemeinsam mit der Wiederaufbereitungsanlage Karlsruhe (WAK) der gesamte Prozess durch die Implementierung von Prinzipien und Methoden des Lean Managements optimiert werden. Zeit- und kostenraubende Überarbeitungsschritt, innerhalb des Genehmigungsverfahrens zur Stilllegung, sollen eliminiert, sowie die Koordination der Projektbeteiligten verbessert werden. Transparente Prozesse, Fluss von Informationen, durch die frühzeitige Einbindungen von Behörde und Gutachter, und eine kooperative Projektabwicklung bilden die Grundlage.

Durch die Verknüpfung einer theoretischen Modellentwicklung und der praktischen Implementierung werden Aussagen über die Zielwirkung der angewandten Methoden und Prinzipien entwickelt. Die praktische Anwendung umfasst die Planungsarbeiten zur Erstellung der Antragsunterlagen für die Genehmigung nach § 7 AtG. Darüber hinaus wird das Genehmigungsverfahren fachlich betreut.

Grundgedanken

  • Einbeziehen des Last Planners
  • Last Planner, in der Regel der Polier, erteilt Arbeitszusagen
  • Know-How-Transfer aus der Ausführungsphase in die Planungsphase hinein

Planungsablauf des Last Planner Systems

Die Planung beginnt mit dem Rahmenterminplan und wird in weiteren regelmäßigen Besprechungen immer weiter detailliert. Dieses Vorgehen trägt dem Verständnis, die Zukunft nicht vorhersagen zu können und daher nur in einem begrenzten Vorschauzeitraum detailliert zu planen, Rechnung.

Vorgehensweise des Last Planner Systems mit dem Ziel zuverlässige Aussagen zu generieren, Schwankungen zu reduzieren und damit die Produktivität zu steigern.

Vorteile durch den Einsatz des Last Planner Systems

  • zunehmender Detaillierungsgrad mit fortschreitender Planung führt zu angemessenen Steigerungen in der Planungsgenauigkeit
  • Zuverlässigkeit der Arbeitszusagen steigt mit fortschreitender Planung
  • Abweichungen im Planungsprozess nehmen durch angepasste, kürzere Vorschauzeiträume und verlässliche Arbeitszusagen ab
  • auftretende Probleme werden frühzeitig erkannt und gemeinsam beseitigt
  • gut aufgestellte Projektstruktur erleichtert schnelles und richtiges agieren bei unvorhergesehenen Ereignissen
  • kontinuierlicher Lernprozess während des Projekts durch das Aufdecken von Fehlern und deren Ursachen

Forschungsverlauf

Der Forschungsverlauf gliedert sich in die praktische Anwendung von Methoden des Lean Managements und in die theoretische Entwicklung eines LM-Methodenkataloges. Vorhandene Methoden werden auf ihre Anwendbarkeit, hinsichtlich der besonderen Randbedingungen des kerntechnischen Rückbaus, untersucht. Diese werden in einer ersten grundlegenden Untersuchung ermittelt. Es folgt eine Analyse der Methoden und Werkzeuge auf ihre Anwendbarkeit. Eventuell können verschiedene Anpassungen nötig sein, um einen Einsatz im kerntechnischen Rückbau zu gewähr-leisten. Darauf aufbauend wird ein Methodenkatalog entwickelt, der die verschiedenen Einsatzbereiche und Prinzipien umfasst.

Durch die Verknüpfung der theoretischen Modellentwicklung und der parallelen, praktischen Implementierung werden Aussagen über die Zielwirkung der angewandten Methoden entwickelt.

Darstellung der Verknüpfung von Theorie und Praxis mit dem Ziel:

  • Iterationsschritte im Genehmigungsverfahren zu verringern
  • die Abstimmung von Behörde, Gutachter, Betreiber und den ausführenden Firmen zu erhöhen
  • verlässliche Arbeitszusagen aller Beteiligten zu fördern
  • die Transparenz über Prozesse und Stoff-und Informationsströme zu steigern
  • der ganzheitliche Betrachtung der Prozesse zur kontinuierlichen Verbesserung