1. Einleitung
Die Bewältigung der nach Starkbeben anfallenden
Bedürfnisse, wie Rettung und Bergung, medizinische
Versorgung, Unterkunft und Ernährung der betroffenen
Bevölkerung, erfordert eine Vielzahl an Hilfs- und
Rettungsgütern. Da die benötigten Hilfsgüter vor Ort oftmals
nicht oder in nicht ausreichender Menge zur Verfügung
stehen, muß bisher häufig internationale Hilfe angefordert
werden, die die Bedürftigen allerdings oftmals erst nach
Tagen erreicht. Für einen effektiven lokalen
Katastrophenschutz ist es daher unerläßlich, die
Einbeziehung internationaler Hilfe durch den Aufbau lokaler
Versorgungslager auf ein Minimum zu reduzieren. Hierzu
müssen die im Ernstfall benötigten Ressourcen bereits im
Katastrophenvorfeld an möglichst geeigneten Orten und in
ausreichender Menge zur Verfügung gestellt werden. Ein
methodisches Herangehen an Standortprobleme dieser Art
findet bisher kaum statt. In den wenigen bekannten
praktischen Ansätzen, wie beispielsweise beim Disaster
Medical Response Program in Kalifornien, werden lediglich
grobe Entscheidungsregeln zur Standortwahl festgelegt.
Bekannte mathematische Modelle zur Standortplanung können
nicht problemlos auf das beschriebene Anwendungsgebiet
übertragen werden, da erdbebenrelevante Eingangsparameter in
diesen Modellen bisher nicht berücksichtigt werden. Um den
Entscheidungsträgern in der Katastrophenschutzplanung ein
Instrument für Standortentscheidungen an die Hand zu geben,
wurde am Institut für Technologie und Management im Baubetrieb ein
Modell entwickelt, das der Optimierung der Standorte
entsprechender Depots, der Zuordnung der Nachfrager sowie
der Bestückung der Lager dient. |