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Das Disastermanagement-Tool ist ein verteiltes computerbasiertes System das Führungs- und Rettungspersonal bei der Bewältigung von Erdbebenkatastrophen in urbanen Räumen unterstützt. Es besteht aus Komponenten der drei Bereiche:
Die Simulationskomponenten liefern Schadensprognosen, die auf gemessenen und berechneten Bodenbewegungen basieren (
B3,
B6,
C2,
C6,
C7). Zusätzlich können Vorgänge wie Hilfs- und Rettungsarbeiten, sowie Brandausbreitung und deren Bekämpfung simuliert werden.
Komponenten der Entscheidung sind die automatisierte Schadensermittlung mittels Analyse von Befliegungsdaten (
C5),
eine erweiterte Opfer- und Bedarfsabschätzung (
C7), sowie computerbasierte Entscheidungsunterstützungswerkzeuge für den Katastrophenstab (
dynamisches System
) und für das ausführende Personal (
C7
).
Das Management Informationssystem (
C6 ) und diverse Benutzerschnittstellen wie beispielsweise Nutzung von Augmented-Reality-Systemen (
C6 ,
C7
) sind Kommunikationskomponenten des DMT.
Alle Komponenten nutzen die zentrale dynamische Datenbank , die einsatzrelevante Daten des Bestandes und Informationen, die im Verlauf der Katastrophe gesammelt wurden, beinhalten.

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Aufbau des Disastermanagement-Tools
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Im Falle eines Bebens werden basierend auf gemessenen oder berechneten Bodenbewegungen erste Prognosen zu Gebäudeschäden und Opferzahlen durch EQSIM erstellt. Häufig geschädigte Bautypen und betroffene Stadtbezirke werden prognostiziert. Diese erste Lagedarstellung wird in der zentralen Datenbank abgelegt und mittels des Management Informationssystems an diejenigen weiter gegeben, die diese Information benötigen.
Sind Laserscanningdaten aus einer Befliegung verfügbar, erfolgt eine automatische Schadensanalyse, die für jedes einzelne geschädigte Gebäude erwartete Schadenstypen und die Opferzahlen liefert. Hierzu ist das geometriebasierte Opferabschätzungsmodell notwendig. Die Schadenssituation ergibt sich aus diesen und einer Vielzahl weiterer Beobachtungen, die in der zentralen Datenbank hinterlegt werden und von allen Komponenten genutzt werden können. Sekundärkatastrophen werden am Beispiel der Feuerausbreitung berücksichtigt. Die Feuerausbreitung kann unter Verwendung der vorhandene Informationen über den Gebäudebestand in Abhängigkeit geplanter Löschmaßnahmen simuliert werden. Auch die Simulation von Entscheidungen im Katastrophenstab, die die Ressourcenzuordnung beinhalten, ist möglich. Die technische Einsatzleitung, die mit den Rettungsmaßnahmen zur Befreiung Verschütteter aus eingestürzten Gebäuden betraut sind, wird durch ein Expertensystem unterstützt, das die vorhandenen Gebäudeinformationen nutzt. Die spezielle javabasierte Nutzerschnittstelle kann räumliche Informationen wie die Ergebnisse der Schadensprognoserechungen oder die Position von Rettungsressourcen darstellen und auch versenden und unterstützt die Kommunikation mittels strukturierten Informationen über ein Meldesystem an Interessenten. Ein Augmented Reality System soll positionsabhängig Informationen in einer semitransparenten Datensichtbrille darstellen können.
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