SFB 461
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PROJEKTZIELE
STANDORTMODELL
SCHADENSSIMULATION
RESSOURCENALLOKATION

FRÜHWARNSYSTEME

DISASTERMANAGEMENT  TOOL
EQRESCUE

 

Frühwarnsysteme (EWS) für Starkbeben werden bereits in einigen Ländern eingesetzt, um zerstörerische Erdbeben frühzeitig zu erkennen und geeignete Gegenmaßnahmen schnell einleiten zu können. Im Rahmen des Sonderforschungs­bereichs wird auch die Möglichkeit eines Erdbebenfrühwarn­systems für Bukarest diskutiert. Während sich die Geophysik stärker mit Fragestellungen bezüglich des seismischen Messnetzes und den algorithmischen Grundlagen zur Früherkennung eines Schadensbebens beschäftigt, untersucht das Teilprojekt C3 vor allem Fragen bezüglich möglicher schadensreduzierender Maßnahmen, die in Bukarest innerhalb der kurzen Vorwarnzeit von ungefähr einer halbe Minute sinnvollerweise eingeleitet werden können. Zur Beantwortung dieser Frage wurde eine Analyse vorhandener Systeme aus Japan, Mexiko, Taiwan und Kalifornien im Hinblick auf Übertragbarkeit der einleitbaren Maßnahmen für Bukarest durch­geführt. Eine Auswahl möglicher Maßnahmen, die nach einem Beben mit Hilfe eines EWS zumindest eingeleitet werden können, ist in der folgenden Tabelle angegeben.

 

 

Art der Maßnahme

notwendige Vorwarnzeit

geeignet für Bukarest

Automatische Steuerung von Ampel- und Schrankenanlagen

< 30 s

ja

Automatische Öffnung von Türen bei den Gebäuden von Rettungsdiensten

< 30 s

ja

Anhalten von Zügen

30 - 120 s

ja

Anhalten von Fahrstühlen

< 30 s

ja

Einstellen des Flughafenbetriebes

< 30 s

ja

Beginn Herunterfahren von Kraftwerken

< 30 s

ja

Abschalten des Stromnetzes

< 30 s

ja

Abschalten von industriellen Produktionen

> 60 s

bedingt

Schließen von Wasser-, Öl- und Gasleitungen

> 120 s

bedingt

Herunterfahren von Computern

> 60 s

bedingt

Alarmierung von Krankenhäusern

< 30 s

ja

Warnung der Bevölkerung über Lautsprecher

< 30 s

ja

Schadensreduzierende Maßnahmen auf der Basis eines EWS

 

 

Die Metrobetreiber in Bukarest sind an der Einrichtung eines EWS für Starkbeben interessiert, da hier die Gefahr besteht, daß durch entgleisende Züge zahlreiche Fahrgäste verletzt oder getötet werden können. Das Teilprojekt C3 hat hierfür mögliche technische Umsetzungs­möglichkeiten eines solchen Systems im Hinblick auf Nutzen und damit verbundene Kosten genauer zu analysiert. So wurde beispielsweise zwei folgende Möglichkeiten für das automatische Anhalten der Züge untersucht: (1) Notbremsung aller Züge und (2) kontrollierte Bremsung bestimmter Züge. Es hat sich gezeigt, dass die Notbremsung aller Züge eine preiswerte und sinnvolle Lösung zur Schadensreduzierung darstellt.