Frühwarnsysteme (EWS) für Starkbeben werden bereits in einigen Ländern eingesetzt, um zerstörerische Erdbeben frühzeitig zu erkennen und geeignete Gegenmaßnahmen schnell einleiten zu können. Im Rahmen des Sonderforschungsbereichs wird auch die Möglichkeit eines Erdbebenfrühwarnsystems für Bukarest diskutiert. Während sich die Geophysik stärker mit Fragestellungen bezüglich des seismischen Messnetzes und den algorithmischen Grundlagen zur Früherkennung eines Schadensbebens beschäftigt, untersucht das Teilprojekt C3 vor allem Fragen bezüglich möglicher schadensreduzierender Maßnahmen, die in Bukarest innerhalb der kurzen Vorwarnzeit von ungefähr einer halbe Minute sinnvollerweise eingeleitet werden können. Zur Beantwortung dieser Frage wurde eine Analyse vorhandener Systeme aus Japan, Mexiko, Taiwan und Kalifornien im Hinblick auf Übertragbarkeit der einleitbaren Maßnahmen für Bukarest durchgeführt. Eine Auswahl möglicher Maßnahmen, die nach einem Beben mit Hilfe eines EWS zumindest eingeleitet werden können, ist in der folgenden Tabelle angegeben.
Art der Maßnahme |
notwendige Vorwarnzeit |
geeignet für Bukarest |
Automatische Steuerung von Ampel- und Schrankenanlagen |
< 30 s |
ja |
Automatische Öffnung von Türen bei den Gebäuden von Rettungsdiensten |
< 30 s |
ja |
Anhalten von Zügen |
30 - 120 s |
ja |
Anhalten von Fahrstühlen |
< 30 s |
ja |
Einstellen des Flughafenbetriebes |
< 30 s |
ja |
Beginn Herunterfahren von Kraftwerken |
< 30 s |
ja |
Abschalten des Stromnetzes |
< 30 s |
ja |
Abschalten von industriellen Produktionen |
> 60 s |
bedingt |
Schließen von Wasser-, Öl- und Gasleitungen |
> 120 s |
bedingt |
Herunterfahren von Computern |
> 60 s |
bedingt |
Alarmierung von Krankenhäusern |
< 30 s |
ja |
Warnung der Bevölkerung über Lautsprecher |
< 30 s |
ja |