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Studie des KIT zeigt Ursachen für die zurückhaltende Anwendung von außergerichtlichen Streitbeilegungsverfahren im Bauwesen auf und gibt Handlungsempfehlungen

Studie des KIT zeigt Ursachen für die zurückhaltende Anwendung von außergerichtlichen Streitbeilegungsverfahren im Bauwesen auf und gibt Handlungsempfehlungen
Datum: 19.10.2018

In Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Außergerichtliche Streitbeilegung in der Bau- und Immobilienwirtschaft e.V. (DGA-Bau) hat das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) eine Studie mit dem Titel „Ursachen der Bevorzugung von Gerichtsverfahren gegenüber der außergerichtlichen Streitbeilegung durch Streitparteien im Bauwesen“ durchgeführt, deren Ergebnisse nun im Rahmen eines Forschungsberichts veröffentlicht wurden.

Gerichtsverfahren sind im Bauwesen noch immer das am häufigsten zur Anwendung kommende Mittel der Streitbeilegung, wenn die Konfliktparteien ihren Konflikt nicht aus eigener Kraft im Zuge von Verhandlungen lösen können. Gleichzeitig werden von den Anwendern immer wieder die damit einhergehenden hohen Kosten und langen Verfahrensdauern bemängelt. Daher verwundert es, dass die vielfältigen Möglichkeiten der außergerichtlichen Streitbeilegung vergleichsweise selten zur Anwendung kommen.

„Mit der vorliegenden Studie werden erstmals in systematischer Form die Ursachen für die zurückhaltende Anwendung von außergerichtlichen Streitbeilegungsverfahren im Bauwesen analysiert“, erläutert Professor Shervin Haghsheno, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Technologie und Management im Baubetrieb am KIT, der die wissenschaftliche Leitung des Forschungsvorhabens innehatte. „Wir konnten feststellen, dass es nicht ein oder zwei zentrale Gründe für den zurückhaltenden Einsatz der außergerichtlichen Streitbeilegungsverfahren gibt, sondern ein ganzes Bündel an Ursachen, die sich in der Praxis oft überlagern und damit enorme Widerstandskräfte gegen deren Anwendung auslösen“, erklärt Haghsheno weiter.

Auf Basis der Ursachenanalyse werden im Forschungsbericht Handlungsempfehlungen an die Stakeholder im Bauwesen ausgesprochen. Diese richten sich u.a. an den Gesetzgeber, an Fach- und Berufsvereinigungen sowie an die potenziellen Anwender von außergerichtlichen Streitbeilegungsverfahren in der Praxis.

„Wir sind davon überzeugt, dass mit der vorliegenden Studie eine hervorragende Basis geschaffen wurde, die Gründe für die zurückhaltende Anwendung von außergerichtlichen Streitbeilegungsverfahren besser zu verstehen sowie zielgerichtete Maßnahmen zu ergreifen und Initiativen zu starten, die den stärkeren Einsatz der Verfahren der außergerichtlichen Streitbeilegung befördern“, sagte Professor Claus Jürgen Diederichs, Vorsitzender des Vorstands der DGA-Bau, bei der Übergabe des Forschungsberichts. „Zugleich bedankt sich die DGA-Bau beim Forschungsteam des KIT und den Mitgliedern des Forschungsbeirats der DGA-Bau für die gute Zusammenarbeit im Rahmen der Durchführung des Forschungsvorhabens.“ erklärte Diederichs weiter.

Der Forschungsbericht steht unter dem folgenden Link zum Download zur Verfügung:

Der Bericht wurde zudem in der Schriftenreihe der DGA-Bau veröffentlicht und kann als Druckversion über die Website der DGA-Bau (www.dga-bau.de) bezogen werden.